Wie entstehen durch das Weltreisen in 2017 neue Kulturen?

vorne weg: ich habe in san diego das buch »der alchimist« auf meinem kindle e-book-reader gelesen und die folgende geschichte erinnert mich ganz doll daran.

Ich habe den Titel des Artikels hier auf Englisch zu stehen und ich muss sagen, er klingt im Deutschen einfach sau uncool. Aber der Inhalt ist der Gleiche, deshalb will ich dir den Input nicht vorenthalten.

Beim Reisen entstehen neue Kulturen

Ich weiß noch nicht, wo ich anfangen soll, aber ich schreibe einfach mal meine Gedanken herunter. So, wie mein Freund – Brinton Duncan, aus den USA – es mir erklärt hatte, als wir uns in einem Cafe in Bogota, Kolumbien, über das Leben unterhielten. Er erklärte mir, dass ich mich einfach in ein Cafe setze und die Menschen um mich herum beobachte. Vielleicht gibt mir ja ein Moment, den ich beobachte, eine hervorragende Idee, etwas zu schreiben. Oder ein neues Objekt der Begierde taucht auf meinem Radar auf.

Und genau das tue ich gerade auch, nachdem ich einen wunderbaren Moment auf meiner Reise erleben durfte. Meine sudanesische Freundin Keji – die schon seit langem in San Diego, Kalifornien, lebt – und ich, waren am Flanieren in La Jolla in San Diego, als wir an einem Geschäft vorbeiliefen, das persische Teppiche führte.

Wir wurden von der mexikanischen Verkäuferin sehr freundlich an der Tür begrüßt und durften danach von Nahem, die erstaunlichen Schönheiten betrachten. Wirbelnde Muster und Hieroglyphen schmückten den Raum, während wir durch den Gang schlenderten. Nach kurzem Small-Talk mit dem Service des Ladens, durften wir das Herz oder die Stimme hinter dem Unternehmen kennenlernen – Taba Tabaee.

Meine sudanesische Freundin Keji und unser persischer Freund Taba

Ein 59-jähriger Iraner aus Teheran, der nun seit 29 Jahren seine persischen Teppiche in Kalifornien, am anderen Ende der Welt, vertickt. Wir haben hier also 4 verschiedene Persönlichkeiten aus 4 verschiedenen Ländern quer auf dem Erdball verteilt. Taba hatte solch eine positive Energie, dass er uns beide schon nach den ersten gesprochenen Worten für sich gewonnen hatte. Er erzählte uns eine Geschichte. Es war seine Geschichte vom Leben. Und er sprach aus seinem Herzen. Er machte vor nichts Halt und es wurde deutlich, dass seine Story locker von den Filmstudios hier um die Ecke als geeignetes Material eingestuft werden könnte.

Taba beschrieb uns also, wie er um die Welt gekommen ist, switchte in der Unterhaltung zwischen sehr gutem Englisch, gebrochenem Spanisch, eingestaubtem Deutsch und hervorragendem Persisch hin und her. Hiermit konnte er sich mit Keji hervorragend unterhalten.

Wir konnten quasi einen Film ablaufen sehen, so spannend und lebendig hat er uns seine Story erzählt. Nun schilderte er uns seine Reise aus einem revolutionären Staat in die westliche Welt. Mit Zwischenstation in dem damals noch geteilten Deutschland, um eine exzellente Bildung im Studium zu erhalten. Doch er verwies immer wieder auf seinen Vater. Der habe ihm nämlich die viel wichtigere Bildung mit auf den Weg gegeben: die Bildung der Straße, und deutete mit seinem Blick auf die Eingangstür seines Teppichwarengeschäfts. Er betonte, wie enorm wichtig das Reisen doch sei und dass Keji und ich alles richtig machten.

Der Iraner in ihm strahlte eine solche Ruhe aus, ich war ganz fasziniert. Kein bedrücktes Gesicht oder eine in tiefe Falten gezogene Stirn waren zu erkennen. Das muss wohl daran liegen, dass er den schwarzen Gurt in Karate hat – oder daran, dass er in der Welt unterwegs war und immer so offen mit den Menschen umgegangen ist, wie er es auch von ihnen erwartet hatte? Maktub.

Ich musste an »Der Alchimist«, von Paulo Coelho denken. Ich sah Taba, als den Jüngling in der Vergangenheit auf der Suche nach seinem Weg. Und im nächsten Moment merkte ich, dass ich zu Taba geworden bin, auf der Suche nach meinem Weg. Unglaublich eigentlich, dass wir uns nicht auf Persisch unterhalten konnten. Ich könnte es gebrauchen, denn Iran sei so reich an Kultur und neuen Erfahrungen, dass ich demnächst unbedingt mal hinreisen sollte.

Da sind sie wieder, die Momente, wo dir jemand anderes etwas empfiehlt – z.B. durch eine Review hinterlassen – und du es bei »trial and fail« ausprobierst. Ich reflektierte mich in den letzten Tagen doch selbst und beobachtete, dass ich seit meiner Kindheit doch genau so meine Fähigkeiten erworben hatte. Er fügte hinzu, ich sollte unbedingt nach Iran gehen und sehen, wie die Menschen dort leben. Es gebe hübsche Männer und Frauen. Und sie wären zudem auch noch sehr gebildet.

Dieser Teppich bei »Taba Rug Gallery« hat es mir sehr angetan

Stolz erzählte Taba der Runde, dass er für Deutschland doch 3 Goldmedaillen in internationalen Wettkämpfen geholt hätte. Er grinste über beide Ohren. Ich fühlte Freude und Stolz zugleich in diesem Moment – ich hatte Gänsehaut. Ein super smarter Iraner war er also, der sich um eine gelungene Integration bemühte. Und das nicht nur in Deutschland. In den USA musste er ja auch erstmal Fuß fassen – seit 29 Jahren begrüßt er nun schon Film- und Popstars in seinem persischen Teppichwarengeschäft.

Ich wollte alles aufsaugen an Informationen und Erfahrungen, was Taba mit uns teilte. Ich blickte in seine Augen und sah, wie er wáhrend der Unterhaltung immer wieder zur Verkáuferin hinüberschaute. Aber nicht so, wie man sein Personal anschaut. So, wie man eine Geliebte ansieht. Und danach sagte er uns, dass er hier seine Ehefrau kennengelernt hat. Sie würde ihm jeden Wunsch von den Lippen ablesen und sein größter Supporter sein. Also doch keine mexikanische Verkäuferin, dachte ich plötzlich.

Er meinte, dass es nicht einfach ist, die richtige Person für sich zu finden. Es braucht seine Zeit. Aber dadurch, dass es so lange dauert, ist es dann das Richtige. Wir müssen rausgehen in die Welt und uns selbst erfahren, um herauszufinden, was gut für uns ist und was nicht. Genau so, hat er seine Liebe für’s Leben gefunden, sagte er mit großem Stolz.

Eine Mexikanerin als Ladenbesitzerin und Ehefrau eines Immigranten in den USA. Entspannt holte Taba sein Portmoinee heraus und zeigte uns $200. »Timo, you know what that is?«, fragte er mich, wáhrend ich auch seinen Karateschein erblickte. »No, but tell me, Taba«, antwortete ich. »With these $200 I came to the United States 29 years ago. I still have them here in my wallet.«

Wow. Ich merkte, ich bin hier heute nicht umsonst aufgekreuzt. Taba ist ein Mentor und unsere Wege sollten sich heute hier kreuzen. Maktub.

Am Ende unserer Unterhaltung befanden wir uns am Eingang des Geschäfts, die Unterhaltung war dynamisch. Wir begrüßten Taba anfangs am anderen Ende des Ladens und fanden uns letztlich am Eingang wieder vor. Ohne zu bemerken, dass wir uns dorthin bewegt hatten, haben wir unsere weltweiten Erfahrungen miteinander ausgetauscht. Genau der gleiche Zustand muss wohl eintreten, wenn man sich in Rage redet. Nur halt in die entgegengesetzte Richtung.

Die ganze Begegnung war irgendwie magisch. Vom ersten Moment an, als wir in die »Taba Rug Gallery« reinkamen, bis zu dem Moment, als wir uns zur Verabschiedung in den Armen lagen und das Herz am Hals fühlten.

Ich erinnere mich noch wie der Tag anfing. Wir wollten eigentlich rüber nach Mexiko reisen – nach Rosarito – weil es in der Nähe von San Diego liegt und ich dort surfen wollte. Der Sprung nach Mexiko müsste auch was Cooles sein, dachte ich mir. Die Enttäuschung war ziemlich groß, als ich erfahren habe, dass wir doch nicht nach Mexiko fahren. Keji musste den ganzen Vormittag leider arbeiten.

So ist es aber mit dem Leben: schließt sich die eine Tür, öffnet sich wieder eine andere. Ich bin sowas von dankbar diesen Moment erlebt zu haben und hoffe, es werden noch viele weitere davon folgen. Genau deshalb solltest du auch rausgehen in die Welt und wieder lernen, sie mit den Augen eines Kindes zu entdecken.

IMPORTANT

Ich komme aus einer Stadt, wo eine Mauer vor knapp 28 Jahren gefallen ist. Das ist Das Symbol der Freiheit, wovon unsere Welt heute noch zährt. Und Donald Trump will eine neue Mauer bauen? Nein, nicht mit uns, wir sind Reisende. #trumpwall


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Du möchtest auch um die Welt reisen, ohne dass du dein Erspartes dafür anfassen musst? Dann schreib mir eine E-Mail an info@hinreisend.com.

Ich fänd’s cool, dich irgendwo auf der Welt mal kennenzulernen. 🙂

Ciao, ciao

Timo – (HINREISEND)