Wieso ist das alleine reisen gut für dich?

Wieso ist das alleine reisen gut für dich?

Eine Erkenntnis am alleine Reisen ist eben auch, dass man sich selbst viel besser kennenlernt und immer einfacher heraus fühlt, was einem gut tut und was nicht.

Nun sitze ich hier in einem schönen, im Kolinialstil errichteten Hostel in Sucre, Bolivien, welches sich »Kultur Café Berlin« nennt. Das sollte mich doch nicht zum Nachdenken anregen, sondern eher wie zu Hause fühlen lassen oder?

Es ist ein angesagtes Hostel mit einem der besten Cafés in der Stadt (auch die heiße Schokolade ist klasse). Heute Abend gab es ein italienisches all-you-can-eat Buffet. Ich sitze alleine am Tisch. Und genieße alleine das köstliche Essen – ich liebe italienische Speisen.

Gegenüber ist ein großer Tisch. An ihm sitzen acht andere Traveler, evtl. in meinem Alter. Sie unterhalten sich ausgiebig und trinken jede Menge Wein. Ich bin gerade etwas erkältet und schlürfe meinen Tee – so schade, dabei gibt es doch so gutes, deutsches Bier hier.


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Ihre Unterhaltungen werden immer lauter und ich frage mich, ob ich denn wirklich bei ihnen sitzen möchte oder mich lieber in den Raum nebenan verkrieche. Eine Hälfte von mir hat das Bedürfnis nicht alleine zu sein. Doch meine andere Hälfte sagt: »Warum sich jetzt einen reinlöten, wenn du morgen dann flach liegst?«

Dein Bauchgefühl ist dein bester Freund

In der Vergangenheit hätte ich versucht, vielleicht in die Gruppe zu gehen und Anschluss zu finden. Denn das alleine sein auf Reisen hat sein Für und Wider. Es gibt nunmal einige Momente, die möchte man mit anderen Menschen teilen, so z.B. das gute Essen.

Ich entscheide mich, im Raum zu bleiben und ihre Unterhaltungen zu beobachten. Das ist nämlich auch eine Sache, die ich gerne mache: Menschen beobachten. Man kann so viel von der Körpersprache, der Stimmlage und der Lautstärke in den Gesprächen lernen. Es befindet sich ein Schreihals in der Gruppe, als die Gruppe noch kleiner ist und ihn nur Frauen umgeben. Die Gruppe wird größer und es gesellen sich Männer dazu. Der Schreihals wird leiser.

So wird aus meinem nachdenklichen Gemüt ein interessiertes Gemüt. Anstatt zu urteilen, lerne ich etwas dazu. Es muss nicht unbedingt etwas Neues sein, es reicht vielleicht auch, sich Altes nur wieder ins Gedächtnis zu rufen. Manchmal muss man Dinge geschehen lassen, ohne großartig darüber zu urteilen. Ich glaube, die Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten ist eine der Lektionen, die mich insbesondere das alleine Reisen, stark gelehrt hat.


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  • Chris

    Schöner Artikel! Freue mich schon diese Erfahrungen bald selbst machen zu können.

    • Hi Chris! Danke für dein nettes Feedback. Ich hoffe, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben laässt. Wie kann man dir im Internet folgen und sehen, wohin du reist?

      Beste Wünsche aus Berlin,
      Timo